VfB Hohenleipisch 1912 – SV Victoria Seelow 2:3 (0:1)
Diese Partie gegen den Titelfavoriten hatte alles zu bieten, was den Fußball ausmacht. Hohenleipisch war nur einen Wimpernschlag bzw. einen Eckball von einer Überraschung entfernt, war ganz nah dran und musste sich durchaus etwas unglücklich geschlagen geben. Spieler und Anhänger beider Mannschaften durchlebten eine Achterbahn der Gefühle, besonders in der rasanten und dramatischen Schlussphase der Begegnung.
Von Anfang an schenken sich beide Teams nichts, präsentierten sich in bester Spiellaune und boten den Zuschauern ein tempogeladenes, intensives Spiel. Victoria-Coach Peter Flaig: „Ein Spiel auf Augenhöhe, das vom Tempo und von den Zweikämpfen her sehr gut war, beide Mannschaften gut. Bessere Spiele in der Liga wird man kaum sehen können.“
Das half den Gastgeben am Ende natürlich wenig, denn mit dem letzten Schuss markierten die Seelower den Siegtreffer. Dazu nochmal Flaig: „Ich glaube letztes Jahr war es genauso ein Drama und vor 2 Jahren auch schon. Letztes Jahr haben wir hier 2 rote Karten bekommen und mit dem letzten Schuss, wie wir hier jetzt gewonnen haben, hat Hohenleipisch das Unentschieden geholt. Die Spiele sind immer eng und unangenehm.“
Mitte des ersten Abschnittes gingen die Gäste durch ein kurioses Freistoßtor in Führung als der Ball vom linken Strafraumeck am langen Pfosten einschlug und VfB-Keeper Bormann dabei auch etwas irritiert wurde (23.). Die Einheimischen ließen in der Folge zwei Riesenmöglichkeiten (27., 31.) zum Ausgleich aus, hatten beim Pfostentreffer von Flaig (42.) auch etwas Glück und konnten in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine Doppelchance erneut nicht nutzen, sodass es mit der knappen Gästeführung in die Kabinen ging, die beiden Kontrahenten noch alles offen hielt.
Mit Wiederbeginn machte Seelow zunächst etwas mehr Druck und der VfB brauchte einige Minuten, war aber spätestens nach Kniesches Kopfball knapp neben den Torwinkel (53.) wieder voll drin im Spiel. Der sehenswerte VfB-Angriff kurz darauf war durchaus ein Tor wert, aber immer wieder war ein Seelower Bein in der Schussbahn. Dann rettete Victoria-Tormann Schützke mit Sprint aus dem Strafraum gegen den heranstürmenden Kniesche im letzten Moment (76.). Auf der anderen Seite parierte Bormann zweimal glänzend und es brach eine dramatische Schlussphase an. Zunächst belohnten sich die Hohenleipischer endlich mit dem verdienten Ausgleich durch Kniesche (84.) und es lief alles auf ein 1:1 hinaus. Da gab es ja aber noch die fünf Nachspielminuten, mit der besagten Gefühlsachterbahn für alle auf dem Sportgelände.
Erst brachte ein unglücklich von einem VfB-Abwehrbein abgefälschter Ball die Gäste wieder in Führung (90.+2) und noch in der gleichen Minute schoss Thorweger den erneuten Ausgleich und verschwand unter einer riesigen VfB-Jubeltraube. Der erste Punktverlust der Seelower schien beinahe fix zu sein. Aber nur beinahe, denn das war’s noch nicht. Seelow mit zwei Eckbällen als finale Aktionen im Spiel. Und tatsächlich traf nach dem zweiten Eckball der eingewechselte Routinier Alexandropoulos zum Sieg für Seelow (90.+5)
Natürlich ließen die Einheimischen die Köpfe etwas hängen, konnten aber absolut stolz auf ihre spielerische Leistung sein, wenngleich das Ende ein bitteres war. Flaig noch einmal: „Wir haben immer hier intensive Spiele gehabt und das hat uns ist fast jedes Mal in den letzten 20 Minuten das Genick gebrochen.“ Diesmal aber nicht – leider aus Gastgebersicht - und anscheinend ist doch etwas dran, dass der, der oben steht, auch das nötige Spielglück hat.
Kommende Woche ist der VfB beim momentanen Spitzenreiter in Krieschow zu Gast, Seelow mit weißer Weste empfängt zu Hause Döbern. (ft)
VfB: Bormann, Heiner (GK), Zeiler (64. Schmidtke), Hoppe, Walter (GK), Ruhner (90. Erken), Thorweger, Ott (GK), Kniesche (GK), Reichmann (GK) Gewiss (73. Groll, RK)
SV: Schützke, Hahn, Stamnitz, Flaig (78. Mayilyan), Schubert, (83. Kodzis), Nasser, Wroblewski (67. Kapcin), Wiederhöft, Duran (78. Alexandropulos), Kerstein, Rossak (83. Marquardt).
Tore: 0:1 Rossak (33.), 1:1 Kniesche (84.), 1:2 Heiner (ET, 90.+2), 2:2 Thorweger (90.+2, 2:3 Alexandropulos (90.+5)
Schiedsrichter: Julius Becker (Potsdam), Zuschauer: 133


























































































